Felix-Klein-Gymnasium

Das FKG

Geschichte des FKG

Seit 1890 hat sich aus einer „Höheren Bürgerschule“ mit 76 Schülern das heutige Felix-Klein-Gymnasium entwickelt – eine Chronologie über mehr als 130 Jahre Göttinger Schulgeschichte.

Von der Höheren Bürgerschule zum modernsten Schulbau Deutschlands (1890–1928)

Am 7. März 1890 beschlossen die städtischen Kollegien Göttingens, eine realitätsbezogene weiterführende Schule zu gründen. Am 17. April nahm die „Höhere Bürgerschule“ mit zwei Klassen und 76 Schülern in der Roten Straße 16 den Unterricht auf. 1891 erhielt sie mit Hermann Ahrens ihren ersten eigenen Direktor.

1892 wurde ein Neubau an der Ecke Lotzestraße/Walkemühlenweg (heute Böttingerstraße) eingeweiht und in „Kaiser Wilhelm II. Realschule“ umbenannt. 1895 verließ der erste Abschlussjahrgang die als vollberechtigte Realschule anerkannte Schule; ab 1904 folgte der Ausbau zur Oberrealschule, 1906 die erste Reifeprüfung.

Nach mehreren Umbenennungen und stark gestiegenen Schülerzahlen erwarb die Stadt 1926 das Grundstück an der Böttingerstraße. Am 24. November 1928 wurde das neue Schulgebäude in der Böttingerstraße 17 eingeweiht – ein Bau, der in den Folgejahren als „modernster Schulbau Deutschlands“ zahlreiche ausländische Delegationen anzog.

Diktatur, Krieg und Namensgebung (1933–1956)

In der NS-Zeit wurde 1933/34 der Widerstand leistende Lehrer Rudolf Küchemann, der versuchte, jüdische Schüler zu schützen, aus dem Schuldienst entlassen; er überlebte den Krieg und kehrte später zurück. Die Schule wurde mehrfach umbenannt („Oberschule für Jungen“) und im Zweiten Weltkrieg zeitweise als Hilfslazarett genutzt. Schülerinnen und Schüler wurden als Luftwaffenhelfer und zum Volkssturm herangezogen. Der Einmarsch der Amerikaner beendete im April 1945 den Unterricht, der ab Juli schrittweise wieder aufgenommen wurde.

1946 zählte die Schule 830 Schüler, darunter 242 Flüchtlingskinder; Prof. Dr. Walter Lietzmann trat nach 27 Jahren als Leiter in den Ruhestand. Am 30. April 1949 erhielt die Schule den Namen „Felix-Klein-Oberschule“, ab 1956 die bis heute gültige Bezeichnung „Felix-Klein-Gymnasium“ (FKG). In dieser Zeit entstanden auch die ersten internationalen Kontakte – Schüleraustausche mit Dänemark (1948), Frankreich (1949) und England/Cheltenham (1951), aus dem die Städtepartnerschaft Göttingen–Cheltenham hervorging.

Wachstum, Reformen und Koedukation (1956–1989)

Die 1950er Jahre brachten steigende Schülerzahlen (1955/56 bereits 1275) und prominente Gäste: 1957 sprach Carl Friedrich von Weizsäcker in der Schule über Fragen der Atombewaffnung. 1965 wurde der Landkreis Göttingen Schulträger und die Schule feierte ihr 75-jähriges Bestehen; 1975 kehrte sie in die Trägerschaft der Stadt zurück.

Ein Einschnitt war 1970 die Aufnahme von Mädchen in die Klassen 5 – die Schule gab damit ihren Charakter als reine Jungenschule auf. 1976 startete das Kurssystem der Sekundarstufe II, 1977 wurde die „Reifeprüfung“ zur „Abiturprüfung“, und 1980 verlor die Schule mit Einführung der Orientierungsstufe zeitweise ihre Jahrgänge 5 und 6. Sportlich sorgte 1981 eine Basketballmannschaft für Aufsehen, die bei „Jugend trainiert für Olympia“ Deutscher Meister wurde. 1989 wurde Schulleiter Karl-Peter Schwien verabschiedet und Dr. Thomas Häntsch übernahm die Leitung.

Profilbildung und Gegenwart (1990–heute)

1990 feierte das FKG sein 100-jähriges Bestehen und begann mit der Erschließung des Schulgartens. Seit dem Schuljahr 1990/91 gibt es das bilinguale Profil, seit 1995 – zunächst singulär in Niedersachsen – das mathematisch-naturwissenschaftliche Profil. 2000 war das FKG Gründungsmitglied von MINT-EC, 2001 und erneut 2005 wurde es als „Umweltschule in Europa“ ausgezeichnet.

2009 übernahm Dr. Klaus Juraschek die Schulleitung; 2010 legten die ersten Schülerinnen und Schüler das IB Diploma ab. 2011 verabschiedete die Schule im „Doppeljahrgang“ fast 300 Abiturientinnen und Abiturienten im Jahnstadion, 2012 wurde sie als „Partnerschule des Leistungssports“ zertifiziert. 2014 wurde Michael Brüggemann Schulleiter, 2015 feierte das FKG sein 125-jähriges Bestehen. Nach der Rückumstellung von G8 auf G9 (ab 2016) wuchs die Nachfrage stetig: 2024 fährt das FKG erstmals sechszügig. Im selben Jahr ging Michael Brüggemann in den Ruhestand; seine Nachfolgerin wurde Iris Bruse, die vom Otto-Hahn-Gymnasium ans FKG wechselte.

Namensgeber

Prof. Felix Klein

Der Mathematiker Felix Klein (1849–1925) prägte Göttingen als weltbekanntes Zentrum der Mathematik und setzte sich zeitlebens für die didaktische Vermittlung mathematischen Wissens ein. 1975 gedachte die Schule seines 50. Todestags, 1999 seines 150. Geburtstags.

  • „Erlanger Programm“ zur Ordnung der Geometrie
  • Berufungen von David Hilbert und Hermann Minkowski nach Göttingen
  • Wegbereiter der Göttinger Aerodynamik-Forschung (Vorläufer von MPI und DLR)

Der Schulgarten – ein grünes Klassenzimmer wächst

Mit dem Abriss der Mauer am Hildebrandt'schen Gelände stand dem FKG ab 1989 ein rund 5000 m² großes Areal zur Verfügung. In der Projektwoche 1992 legten 50 Schülerinnen und Schüler Teich, Kompostanlage, Steingarten und Pflanzbeet an; im November folgte eine Streuobstwiese mit 25 Obstbäumen. In den 1990er-Jahren entstanden – überwiegend in Leistungskursen Biologie – ein Bienenhaus, das „Klassenzimmer im Grünen“, ein Grillplatz, ein Pavillon und 1997 ein vier Meter tiefer Brunnen.

Seit 2012 wird der Schulteich regelmäßig erneuert; 2014 fand ein großer Garten-Aktionstag statt. 2017 wurde das FKG Mitglied der GemüseAckerdemie, um den Weg „von der Saat auf den Teller“ erfahrbar zu machen. Seit 2023 steht wieder ein Gewächshaus im Garten, in dem Oberstufe, Wahlpflichtunterricht und Garten-AG Tomaten, Paprika und mehr anbauen – ergänzt um ein Wildblumenbeet für Bestäuber direkt daneben.

Mehr zur Geschichte

Prof. Felix Klein

Leben und Wirken des Mathematikers, der unserer Schule den Namen gab.

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125 Jahre FKG

2015 feierte das FKG mit zahlreichen Aktionen sein 125-jähriges Jubiläum.

Der Schulgarten

Seit 1990 ein lebendiges grünes Klassenzimmer auf dem Schulgelände.

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